Heute ist schon Weihnachten.
Zumindest in gewisser Weise. Niederlande und Belgien sind eine der wenigen christlichen Nationen, wenn nicht sogar die einzigen, die Weihnachten anders feiern als alle anderen.
Hier wird Weihnachten selber eigentlich so gefeiert, wie viele von uns es am liebsten gerne hätten. Im Kreise der Familie, ruhig, besinnlich und vor allem ohne Geschenke. Statt eines Weihnachtsmannes oder Christkindes kommt hier Sinterklaas zu den Kindern – und zwar am Abend des 5. Dezembers. Ein paar Wochen davor wird auch die Ankunft eben jenem Mannes zelebriert. Wenn Sinterklaas mit seinem Schiff in den Niederländischen Häfen einfährt, ist es für die Niederländer das größte Fest im ganzen Jahr. Geschäfte schließen, Menschen haben frei, denn alle wollen die Ankunft miterleben. Ob live oder bei der mehrstündigen Live-Berichterstattung auf einem der zahlreichen Fernsehkanäle der die festliche Ankunft überträgt. Wohnt man hier, kommt man nicht drumherum.
Im übrigen stammt der amerikanische Santa Claus von eben diesem Sinterklaas ab, dessen Brauch die Niederländer nach Neu-Amsterdamm brachten, welches wir heute als New York kennen. Mit der Anpassung an die Englische Sprache wurde aus Sinterklaas eben Santa Claus.
Damit aber eben dieser Herr Sinterklaas nicht alle Geschenke alleine schleppen muss – Gott bewahre, der Mann ist doch schon so alt – bringt er jedes Mal tatkräftige Gehilfen mit: Schwarze. Die Zwarte Pieten, die man ganz frei mit Schwarzer Peter übersetzen und mit Knecht Rubrecht vergleichen kann. Großartig, dunkelhäutige Menschen, die Freude und Tradition ausstrahlen. Klar, in einem der liberalsten Länder der Erde brauch man da doch nicht gleich an Rassismus denken, wenn die Schwarzen Peter kommen. Denkste. Die Schwarzen schickte der Teufel. Denn damals, als es eben noch keine dunkelhäutigen Geschenkevermittler gab, zog Sinterklaas mit dem Teufel alleine um die Häuser. Ob sie sich dabei auch die Kante gaben weiß man nicht, in jedem Fall zwang Sinterklaas den Teufel die Geschenke durch den Schornstein zu werfen. Irgendwann erschien es den Menschen aber ziemlich unglaubwürdig, dass der Teufel alleine alle Haushalte mit Geschenken versorgen konnte und so änderte man die Sage einfach. Da dunkelhäutige Menschen in der damaligen Europäischen Gesellschaft mit dem Teufel verglichen wurden, ersetze man eben jenen mit den Schwarzen Petern. Logisch, oder?
Selbstverständlich laufen Organisationen die sich dem Antirassismus verschrieben haben jährlich Sturm gegen diesen Brauch, vor allem weil die Gehilfen auch noch mit dicken roten Lippen und gekräuseltem Haar dargestellt werden, aber hey. Interessiert hier keinen. Schließlich sind die Niederlande eines der liberalsten Länder der Welt.
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Gravatare sind übrigens total cool und deshalb auch aktiviert.